Haus der Bienen im Grugapark Essen


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Stadt Essen

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Konzeption zur Anbindung des
„Haus der Bienen“
an den bestehenden barrierefreien Ausbau
im Grugapark Essen

                                                                                          


Stand: 22.03.2016 Konzeption zur Anbindung des „Haus der Bienen“ an den bestehenden barrierefreien Ausbau im Grugapark Essen

Gliederung

1.        Einleitung
2.Bedeutung der Honigbiene für Mensch und Umwelt
3.Bedeutung des Themas Honigbiene im Grugapark
4. Barrierefreies pädagogisches Konzept für das ,,Haus der Bienen“
4.1 Themenkomplex 1: Vom Auffressen zum Bestäuben
4.2 Themenkomplex 2: Fleiß und Organisationstalent
4.3 Themenkomplex 3: Kommunikationsstrukturen
4.4 Themenkomplex 4: Körperbau und Sinnesorgane
4.5 Themenkomplex 5: Artenvielfalt
4.6 Themenkomplex 6: Wirtschaftliche Bedeutung der Honigbiene
4.7 Themenkomplex 7: Das Jahr des Imkers
5. Barrierefreie Anbindung und Ausbau des "Haus der Bienen"
5.1 Barrierefreie Anbindung
5.2 Präsentationsformen im "Haus der Bienen"
5.3 Barrierefreier Ausbau des Bienen-Gartens
6. Kosten
7.Projektpartner

1 Einleitung

Der Grugapark stellt im Essener Stadtgebiet die flächenmäßig und ökologisch betrachtet bedeutendste „grüne Insel“ dar. Mit mehr als 1 Mio. Besuchern im Jahr (davon ca. 22.000 mit ermäßigtem Eintritt für Behinderte, Studenten, Schüler und Familien) zählt er zu den beliebtesten Ausflugs- und Erholungszielen der Region.

Für Menschen mit Behinderungen gibt es in der gesamten Region wenige Angebote, die barrierefreie Naturerlebnisse ermöglichen.

Im Grugapark wurde das Projekt „Grenzenlos Natur erleben – barrierefrei im Grugapark“ im Rahmen von drei Bauphasen zwischen 2009 und 2015 von der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR) mit Fördermitteln des LVR realisiert. Hierdurch wurden mit dem botanischen Themenbereich (u.a. Rosengarten und Garten der Sinne), dem Kleintiergarten und der Verbindung zwischen Haupteingang und Orangerie sowie Grugaturm wesentliche Bereiche im Grugapark barrierefrei erschlossen und mit entsprechendem Informationsangebot versehen. Informationen dazu sind auf der Homepage der Biologischen Station unter bswr.de/naturerleben/grugapark/index.php abzurufen.

2 Bedeutung der Honigbiene für Mensch und Umwelt

Honigbienen faszinieren den Menschen seit Jahrtausenden, wohl wesentlich länger als es geschriebene Geschichte gibt. Honig und Wachs werden seit jeher vom Menschen als Naturstoffe genutzt, in frühen Zeiten und noch heute bei indigenen Völkern aus Wildbienenkolonien. Wie bei vielen nützlichen Wildtieren hat der Mensch die Honigbiene zu seinem Haustier gemacht. Die meisten Menschen denken im Zusammenhang mit Bienen heute noch unmittelbar an die nutzbaren Naturstoffe Honig und Wachs. Kaum jemand weiß jedoch, dass die Honigbiene nach Rind und Schwein das drittwertvollste Haustier des Menschen ist. Ihre volkswirtschaftliche Bedeutung liegt in der Bestäubungsleistung, ohne die es in der Landwirtschaft, vor allem im Obstbau, wesentlich geringere Erträge geben würde. Aber auch für die Artenvielfalt in der Natur sind Bienen und ihre Verwandten (Wildbienen, Wespen und Hornissen) unverzichtbar.

Durch kaum eine andere Lebensform lassen sich anhand ihrer Lebensweise die Zusammen­hänge zwischen den Arten in einem Ökosystem ähnlich gut verdeutlichen. Arten besetzen ökologische Nischen und erfüllen dort unverzichtbare Funktionen für die Gesamtheit der Biozönose. Fehlen einzelne Rädchen in diesem Getriebe, so erleidet das ganze System Schaden und gerät möglicherweise aus dem Gleichgewicht.

Aus diesem Grund ist die Honigbiene mehr als nur ein Haustier. Sie steht für eine grund­legende Erkenntnis der Biologie. Mit ihr lässt sich ein Lernziel erreichen, das grundlegend für das Begreifen der Zusammenhänge in unserer Lebenswelt und der Bedeutung der Evolution ist. Diese Erkenntnis ist nicht nur bedeutsam für Experten in ihrem beruflichen Umfeld, sondern ist auch für Jeden als Bestandteil des Allgemeinwissens erforderlich

3 Bedeutung des Themas Honigbiene im Grugapark

Diese Zusammenhänge sind derart faszinierend, dass es sich lohnt, ihnen ein Podium zu verschaffen, mit dem es möglich ist, sie durch pädagogische Arbeit der Bevölkerung nahe zu bringen. Zielgruppen sind nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene, die bei Fachführungen und touristischen Führungen, aber auch als Parkbesucher an die Thematik herangeführt werden sollen.

Das Thema „Bienen“ ist bereits seit Jahren im Grugapark vorhanden. Seit der Bundes­gartenschau 1965 gibt es im Park einen Bienen-Lehrstand, der seitdem erfolgreich als Kooperationsprojekt von Grugapark und Kreisimkerverband Essen/Mülheim e.V. betrieben wird. Seit etwa 10 Jahren führt der Kreisimkerverband in Zusammenarbeit mit der Schule Natur Führungen für Schulklassen im Park und in der Einrichtung durch. An Wochenenden ist der Bienen-Lehrstand für Parkbesucher geöffnet. An besuchsstarken Tagen kommen derzeit bis zu 350 Besucher, um sich zu informieren. Der Kreisimkerverband beteiligt sich darüber hinaus regelmäßig bei verschiedenen Veranstaltungen im Grugapark und in der Mustergartenanlage. Die Kooperation von Grugapark und Kreisimkerverband wird von beiden Seiten als sehr erfolgreich betrachtet. In den letzten Jahren wird außerdem ein zunehmendes Interesse des Publikums an dem Thema beobachtet. Die Imker und auch die angegliederten Vereine im Umfeld beobachten einen erfreulichen Zulauf neuer junger Vereinsmitglieder. Die sehr positive Entwicklung der Schule Natur in den letzten Jahren führt gerade auch zu einer verstärkten Nachfrage durch Schulklassen, die das Thema im Unterricht behandeln möchten.

Das moderne, technisch hochwertige Gebäude, das seit 2012 den bisherigen Bienen-Lehrstand ersetzt, die neu gestalteten Anschauungsobjekte und Außenanlagen sowie die Platzierung in den Mustergärten haben dazu beigetragen, die Attraktivität des Themas "Honigbiene" im Grugapark weiter zu verstärken

Zurzeit werden 8 Völker dort betreut. Es gibt bereits einen Publikumsraum, in dem Anschauungs­objekte zur Erläuterung der modernen Imkerei vorhanden sind. Als besondere Attraktion lebt vor dem "Haus der Bienen" ein Bienenvolk hinter Glas. Hier kann man die Bienen bei der Arbeit beobachten.

4 Barrierefreies pädagogisches Konzept für das "Haus der Bienen"

Die Ausstellung des "Haus der Bienen" soll möglichst unterschiedlichen Behinderungen gerecht werden; wie bei dem bereits realisierten barrierefreien Angebot im Grugapark sollen so Menschen mit Lern- und Leseschwächen ebenso angesprochen werden wie Personen mit Seh- und Gehbehinderung. Alle übrigen Besucher, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren sollen ebenfalls von dem Angebot profitieren. Erforderlich ist daher ein barrierefrei ausgerichtetes pädagogisches Konzept, das verschiedene Alters- und Besuchergruppen berücksichtigt. Es basiert auf der vorhandenen Dauerausstellung im Gebäude, dem das Gebäude umgebenden Bienengarten mit einem barrierefreien Bienen-Erlebnis-Pfad und auf einem inhaltlichen Konzept für Führungen, zugeschnitten auf verschiedene Altersgruppen von Kindergartengruppen, der Primarstufe über die Sekundarstufen bis hin zu Erwachsenen.

4.1 Themenkomplex 1: Vom Auffressen zum Bestäuben

Im Laufe der Evolution der Blütenbestäubung wurden die Pflanzen vielfach von Windbestäubern zu Insektenbestäubern. Die Bestäubung durch Insekten hat dabei den Vorteil, dass Blüten gezielt aufgesucht werden. Zum Teil haben sich im Laufe gemeinsamer Koevolution Mechanismen entwickelt, die hoch spezifisch für die Bestäubung durch bestimmte Insektenarten ausgelegt sind. Auch die Insekten haben sich dabei von Blütenfressern zu engen Partnern der Pflanzen entwickelt. Die Pollenkörner werden zuverlässig von Blüte zu Blüte transportiert und nicht in enormen Massen mit dem Wind auf eine höchst unsichere Reise geschickt. Das „Marktgeschrei“ auf dem Blütenmarkt zielt auf die Seh- und Riechwelt der Bienen. Oft trügt der Schein und nicht immer geht beim Bestäubungsvorgang alles mit rechten Dingen zu. Einheimische und tropische Beispiele im Botanischen Garten können zeigen, wie spannend Bestäubung sein kann und wie „einfallsreich“ beide Seiten sind, wenn es um Fortpflanzung und Nahrungserwerb geht. Nicht selten sind „Trickdiebstähle“, Nektarraub und „Betrugsdelikte“ an der Tagesordnung. Interessante Fälle werden in der ständigen Ausstellung im „Haus der Bienen“ vorgestellt. Entsprechende Pflanzen werden im benachbarten Bienengarten angepflanzt. Weitere sind im Botanischen Garten zu finden.

4.2 Themenkomplex 2: Fleiß und Organisationstalent

Die Organisationsstruktur im Bienenvolk ist eine äußerst faszinierende Angelegenheit. Sämtliche Eier werden von einer einzigen Königin gelegt. Diese wird von Drohnen befruchtet, deren einzige Aufgabe dies ist. Vorräte werden von Sammelbienen angelegt, um die Brut zu ernähren und den Winter zu überstehen. Abhängig von der Verfügbarkeit von Nektar und der Größe der Vorräte schwankt sogar die Anzahl der Sammelbienen, deren Aufgabe es ist, die Blütenbesuche vorzunehmen. Die Organisationsstrukturen werden in der ständigen Ausstellung dargestellt. Unterschiede zu verschiedenen Wildarten wie Wildbienen, Hummeln, Wespen und Hornissen werden erläutert. Eigene Beobachtungen können im Lehrvolk gemacht werden.

4.3 Themenkomplex 3: Kommunikationsstrukture

Ein einziger Kirschbaum kann an einem Tag bis zu 2 kg Nektar produzieren. Aber solche Nahrungsquellen stehen nur zeitweise zur Verfügung. Ergiebige Nahrungsquellen zu finden und zu nutzen ist eine logistische Herausforderung für ein Bienenvolk. Dabei spielt die Kommunikation innerhalb des Staates eine wesentliche Rolle. Auch andere Nektarsammlerinnen sollen die Nahrungsquellen finden. Nur durch gemeinsame Anstrengungen ist das Volk überlebensfähig. Durch Suchflüge wird durch die Sammelbienen ein dichtes Netz über die Umgebung des Nestes gelegt. Fundstellen werden im Nest an andere Sammelbienen gemeldet. Mit dem hierzu entwickelten „Schwänzeltanz“ geben sie Informationen zu Richtung und Entfernung der Nahrungsquelle weiter. Diese Zusammenhänge werden in der ständigen Ausstellung dargestellt. Der barrierefreie Erlebnis-Pfad im Bienengarten weist eine Wegestruktur in Form eines Schwänzeltanzes auf. Für Führungen werden Spiele entwickelt, mit denen Kinder zugeschnitten auf ihr Alter den Tanz und seine Bedeutung kennenlernen.

4.4 Themenkomplex 4: Körperbau und Sinnesorgane

Körperbau und Funktionsweise der Sinnesorgane werden in großformatigen Modellen dargestellt. Bienen sehen ein anderes Farbspektrum als Menschen. Außerdem ist die Auflösung der Facettenaugen nicht vergleichbar mit unserem Sehvermögen. Vergleichsfotos verdeutlichen Unterschiede im Sehvermögen der Bienen.

4.5 Themenkomplex 5: Artenvielfalt

Ziel der Einrichtung ist es, nicht nur über die Honigbiene aufzuklären. In Mitteleuropa gibt es eine große Fülle von Bienenarten und ihrer Verwandten. Wildarten wie Wildbienen, Hummeln, Wespen und Hornissen werden vorgestellt und die Unterschiede in ihrer Lebensweise erläutert. Ferner wird versucht, bestehende Vorurteile gegenüber Wespen und Hornissen abzubauen. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass teilweise in der Landwirtschaft auch andere Arten als die Honigbiene als Bestäuber eingesetzt werden, zum Beispiel Hummeln in Gewächshäusern.

Zudem haben Insekten als Bestäuber eine wichtige Funktion in unserer Natur. Gerade für das Wesen und die Funktion von Ökosystemen mit ihren Biozönosen bietet die Welt blütenbestäubernder Insekten lehrreiche und anschauliche Beispiele. Sie besetzen ökologische Nischen und erfüllen dort unverzichtbare Funktionen für die Gesamtheit des Ökosystems. Fehlen einzelne Rädchen in diesem Getriebe, so werden Funktionen nicht mehr erfüllt. Das hat Konsequenzen für die Artenvielfalt, die Nahrungsketten und damit für die Lebensbedingungen von Pflanzen und Tieren, die möglicherweise gar nicht selber in direkten Kontakt mit Bienen oder ihren Verwandten kommen.

4.6 Themenkomplex 6: Wirtschaftliche Bedeutung der Honigbiene

Die meisten Menschen denken im Zusammenhang mit Bienen heute unmittelbar an die nutzbaren Naturstoffe Honig und Wachs. Kaum jemand weiß jedoch, dass die Honigbiene nach Rind und Schwein das drittwertvollste Haustier des Menschen ist. Ihre volkswirtschaftliche Bedeutung liegt in der Bestäubungsleistung, ohne die es in der Landwirtschaft, vor allem im Obstbau, wesentlich geringere Erträge geben würde. Diese Zusammenhänge werden in der Dauerausstellung grafisch dargestellt.

4.7 Themenkomplex 7: Das Jahr des Imkers

Ein Ziel der Einrichtung ist es durchaus, interessierten Nachwuchs für die Imkerei zu begeistern. Deshalb sollen auch Tätigkeiten und Arbeitsaufwand des Imkers im Jahresablauf dargestellt werden. Einrichtungen und Werkzeuge des Imkerhauses werden vorgeführt und ausprobiert. Natürlich müssen auch die Früchte der Arbeit der Bienen und des Imkers präsentiert werden. Honig wird verkostet und auch andere Produkte werden vorgestellt.

5 Barrierefreie Anbindung und Ausbau des "Haus der Bienen"

5.1 Barrierefreie Anbindung

Das "Haus der Bienen" soll an den bestehenden barrierefreien Rundweg angeschlossen werden. Dazu ist die Einrichtung eines Abzweiges vom Hauptweg mit einer entsprechenden behindertengerechten Beschilderung nach dem Muster des übrigen Rundweges notwendig. Um eine sichere Zuwegung für Sehbehinderte zu gewährleisten, ist die Verlegung von Rillenplatten mit entsprechenden Noppenplattenfeldern im Bereich der Abzweigung sowie im Übergang zum "Haus der Bienen" erforderlich. Für Rollstuhlfahrer ist das Haus bereits geeignet, so haben mehrfach Besucher im Rollstuhl das "Haus der Bienen" besucht.

Abbildung 1: Der Streifen aus Rillenplatten verläuft im Hauptweg durch die Mustergärten direkt vor dem "Haus der Bienen" vorbei. Somit ist es recht einfach durch einen Abzweig des Blinden-Leitsystems anzubinden.

5.2 Präsentationsformen im "Haus der Bienen"

Im Sinne einer barrierefreien Präsentation der o.g. Themenkomplexe kommen folgende Techniken in Frage:

  • Informationstafeln, mit großen Abbildungen und großer Beschriftung, sehbehindertengerecht; zusätzlich sollen wichtige Aspekte durch Pyramiden- und Brailleschrift sowie tastbare Darstellungen (Reliefmodelle) für blinde Menschen oder Personen mit sehr starker Sehbehinderung dargestellt werden (entsprechend den vorhandenen Tafeln entlang des Rundweges)
  • Ausführlichere Informationen sollen in Form von Hörstationen angeboten werden, wobei sich die sieben Themenkomplexe auf 3 Hörstationen (eine im Inneren, zwei im Außenbereich des "Haus der Bienen") aufteilen lassen. Diese Technik hat sich bereits bei einer Reihe von barrierefreien Angeboten, u.a. auf dem Rundweg im Grugapark, bewährt, da hierdurch für alle Gruppen von Besuchern auf komfortable Weise vielfältige Informationen angeboten werden. Besonders für Kinder lassen sich somit beispielsweise auch Hörspiele oder Kinderlieder („Summ summ summ…“, „Biene Maja“), die von Bienen handeln, präsentieren. Im Ausstellungsbereich des Lehrstandes sollen mehrere dieser Audiostationen getrennt nach Themen eingesetzt werden.
  • Für gehörlose Personen sollen die Informationen der Hörstationen durch gebärdensprachliche Videos wie bei den anderen Stationen des barrierefreien Angebotes als download über QR-Codes angeboten werden.
  • Die olfaktorische Präsentation könnten neben echten Ausstellungsstücken (Honigwaben etc.) auch sog. Duftmitter zum Einsatz kommen, bei denen auf Knopfdruck unterschiedliche Düfte (neben Honig- z.B. auch Blütendüfte möglich) auf Behältern freigesetzt werden.

5.3 Barrierefreier Ausbau des Bienen-Gartens

Das Außengelände des "Haus der Bienen" wird als Erlebnispfad in die informative Gestaltung einbezogen; Hauptthema im Garten wird die Pflanzenwelt sein, im Wesentlichen unter den Aspekten „Pflanzen als Nahrung für Bienen (Bienenweide)“ sowie Bestäubermechanismen. Täfelchen mit behindertengerechter Beschriftung (Pyramiden-/Brailleschrift) in den Beeten bei den Pflanzen bieten Informationen. Für Kinder ist die Bepflanzung in ebenerdigen Beeten von Vorteil. Zusätzlich zu den Infotäfelchen, die nur sehr knappe Informationen ermöglichen, sollen auch im Außengelände Hörstationen installiert werden. An ausgewählten Pflanzenbeispielen sollen beispielsweise verschiedene Mechanismen von Blüten zur Sicherstellung der Bestäubung erläutert werden (Lippenblüten mit Hebeleffekt der Staubblätter usw.).

Da nicht alle Aspekte der genannten Themen, insbesondere „Pflanzen als Nahrung für Bienen“ aufgrund der Saisonalität durch die Bepflanzung im Außengelände abgedeckt werden können, wird auf weitere korrespondierende Stationen entlang des bereits bestehenden barrierefreien Rundweges verwiesen werden. Hier bietet sich der Bereich der frühblühenden Sträucher an, der zwischen Rosengarten und Staudengarten am vorhandenen behindertengerechten Weg liegt, und der im Frühjahr eindrucksvoll zeigt, wie wichtig frühblühende Pflanzen wie Zaubernuß oder auch Zierkirschen für blütenbesuchende Insekten sind. Eine weitere mit dem "Haus der Bienen" korrespondierende Station entlang des vorhandenen barrierefreien Rundweges im Grugapark ist die Station im Staudengarten, in dem sich aufgrund der Größe und Vielfalt des Areals eine ganze Reihe von wichtigen Bienen-Pflanzen befinden. Die Anbindung weiterer Stationen im Grugapark außerhalb der Mustergartenanlage bietet neben der angeführten thematischen Aufbereitungsmöglichkeit den Vorteil, dass das "Haus der Bienen" als ein weiterer Baustein des bereits bestehenden Rundweges „Pflanzen der Welt“ gut integriert wird und nicht einen Fremdkörper darstellt.

Für den Wegeverlauf im Außengelände ist vorgesehen, diesen ebenfalls durch die Verlegung von Rillen- und Noppenplatten barrierefrei zu gestalten.


Abbildung 2: Der das Bienen-Haus umgebende Gartenbereich müßte durch ein Leitsystem ebenfalls barrierefrei gestaltet werden.


Abbildung 3: Die vorhandenen Informationstafeln sollten durch barrierefreie (taktile) Tafeln sowie Hörstationen ergänzt werden.

 

6 Kosten

Die Kosten für die barrierefreie Anbindung des „Haus der Bienen“ werden auf etwas mehr als 27.000,00 Euro geschätzt.



Objekt

 Sachkosten Netto

 Personalkosten
Stunden      Netto

Erweiterung der Tafel am Eingang „Mustergärten“

2.000,00 

5,00

246,00 

Hinweisschild am Hauptweg

700,00 

3,00

147,60 

Ständer für Hinweisschild

390,00 

0,00 

Hörstation im Innenbereich (inkl. Montagevorbereitung etc.)

350,00 

10,00

492,00 

2 Hörstationen im Außenbereich

800,00 

20,00

984,00 

Technik für Hörstationen (3 Player plus Technikzubehör)

660,00 

5,00

246,00 

2 Ständer für Hörstationen im Außenbereich

2.550,00 

0,00 

barrierefreie Videos (3 Stück)

900,00 

6,00

295,20 

Sprecher-Honorar für 3 Hörstationen

900,00 

5,00

246,00 

Verkabelung im Außenbereich

1.600,00 

0,00 

Infotäfelchen Außengelände (Stk. 40 €)

400,00 

2,00

98,40 

Barrierefreie Zuwegung

5.500,00 

inkl. (Büro Hoff)

pädagogische barrierefreie Aufbereitung der Inhalte des "Haus der Bienen"

50,00

2.460,00 

Fundamente für Ständerwerke

120,00 

1,00

49,20  

Montagekosten

750,00 

1,00

49,20 

58,00

22.933,60 

zzgl. 19 %

4.357,38 

Gesamt

27.290,98 

 

7 Projektpartner

Die am bisherigen barrierefreien Ausbau des Grugaparks beteiligten Partner arbeiten auch bei diesem Projekt zusammen und werden um weitere Akteure ergänzt:

  • Verwaltung des Grugaparks Essen, Parkleiter Herr Hanster
    • Umsetzung der Wegebaumaßnahmen
    • Die Wegebaumaßnahmen wurden von der Essener Arbeit Beschäftigungsgesellschaft mbH (EABG) bzw. der Arbeit und Bildung Essen GmbH (ABEG), einer Tochtergesellschaft der EABG, übernommen.
  • Biologische Station Westliches Ruhrgebiet
    • Begleitung der Inhaltlichen Konzeption, Fachbeirat
  • Schule Natur im Grugapark
    • Begleitung der Inhaltlichen Konzeption, Fachbeirat
  • Landschaftsarchitekturbüro Hoff (Frau Hoff, Frau Heiser)
    • Ausführungsplanung sowie Bauüberwachung
  • Kreisimkerverband Essen e.V.
    • Begleitung der Inhaltlichen Konzeption, Fachbeirat
  • Vertreter von Fördereinrichtungen für behinderte Menschen sowie behinderte Privatpersonen
    • u.a. der Blindenverein Essen, die Helen-Keller-Schule (Rheinische Förderschule) sowie der Tourismusbeauftragte der Blinden- und Sehbehinderten Verbände NRW
    • Begleitung der Inhaltlichen Konzeption, Fachbeirat
  • Mustergartenanlage im Grugapark e.V.
    • Begleitung der Inhaltlichen Konzeption, Fachbeirat